RoboJob visiert nach 4 Jahren die 200. Installation an

RoboJob visiert nach 4 Jahren die 200. Installation an

RoboJob feiert in diesem Jahr seinen achten Geburtstag. Dabei hofft der belgische Spezialist für das automatische Bestücken und Entladen von CNC-Maschinen, noch vor dem Sommer die 200. Installation auszuführen. Zeit für einen Rückblick mit den Gründern und Geschäftsführern Helmut De Roovere und Luc De Ceuster.

“Das ist ein Riesending!" beginnt De Ceuster zu erzählen. "Ich erinnere mich noch gut daran, als Helmut mich 2007 anrief und fragte, ob wir beide gemeinsam mal die Entwicklung eines neuen Projekts besprechen könnten. Ich kannte Helmut schon seit meiner Studentenzeit, und auch auf beruflicher Ebene sind wir uns häufig begegnet. Deshalb kamen wir schnell auf einen gemeinsamen Nenner. Mit dem 'Projekt' haben wir inzwischen ein neues Marktsegment geschaffen, und wir haben jeden Tag aufs Neue Freude daran."

"Ja, so muss das sein", pflichtet ihm De Roovere bei. "Wir haben ein junges, dynamisches Team, und auch für die Mitarbeiter muss es immer eine schöne Tätigkeit sein." Und eine schöne Tätigkeit ist es immer gewesen – nach wie vor. Denn der Marktführer bei der CNC-Automatisierung in den Benelux-Ländern hat begründeten Anlass, noch vor dem Sommer auf die Ausführung der 200. Installation zu hoffen. Oder, anders gesagt: "Wie aus einem 'Projekt' eine wirkliche unternehmerische Erfolgsstory werden kann."

RoboJob verdankt seine Gründung einem bekannten Problem: In Belgien, aber auch in vielen anderen Ländern Westeuropas, sind die Lohnkosten in den letzten 20 Jahren rasant gestiegen. Diese Entwicklung hat die Rentabilität der zerspanenden Industrie nachhaltig unter Druck gesetzt. Außerdem ist es eine bekannte Tatsache, dass CNC-Bediener (Operator) nicht einfach von der Straße geholt werden können. "In Belgien ist das ein 'Mangelberuf': Es sind gut ausgebildete Personen, die eine jahrelange Erfahrung brauchen, um alle Kniffe des Fachs zu beherrschen", berichtet De Roovere. "Und der Beruf wird vor allem von jungen Leuten als nicht attraktiv angesehen. An dieser Sache wollen wir arbeiten." Beim Schwesterunternehmen Aluro CNC entwickelten sich seit dem Beginn der Wirtschaftskrise einige schmerzhafte Schwachpunkte, unter anderem durch den Rückgang der Seriengrößen bei Aufträgen. Der Kunde wollte nicht nur kleinere Bestellmengen, sondern auch noch schnellere Lieferzeiten, und das Ganze zu sinkenden Preisen. "Und das wird sich auch nicht mehr ändern", meint De Roovere. "Denn die Lagerhaltung kostet Geld, und deshalb soll alles Just-in-Timegeliefert werden, in kleineren Stückzahlen. In dieser Lage sieht man sich natürlich auch nach den Möglichkeiten der Produktion in Niedriglohnländern um."

Eine Untersuchung von Aluro CNC hat gezeigt, dass die CNC-Bediener enorm viel Zeit für sich wiederholende, physische Arbeiten aufwenden und viel zu wenig Zeit für kreative Tätigkeiten wie das Programmieren und Einstellen der CNC-Maschinen, der weitaus interessantere und besonders herausfordernde Teil des Berufs. De Roovere wollte diese sich wiederholenden Aufgaben vor allem bei kleinen und mittelgroßen Serien automatisieren. Auf der Suche nach einer flexiblen, schnell einstellbaren Automatisierung kam er von einer Reise erfolglos zurück. Daraufhin beschloss er, die Sache selbst in die Hand zu nehmen: Er verfügte doch über die Erfahrung in der Zerspanung und auch im Maschinenbau. Mit dem Eintreten von Luc De Ceuster als Fachmann für die Software-Programmierung wurde RoboJob ins Leben gerufen. Zuerst als ein Projekt gedacht, stieg das Interesse von anderen Betrieben aus der zerspanenden Industrie schnell an.

"Wir begannen mit unserem Turn-Assist, der Drehmaschinen automatisch bestückt und entlädt – von dem es inzwischen bereits 3 Modelle gibt. Außerdem haben wir 2 Standardlösungen für das Bestücken und Entladen von Fräsmaschinen entwickelt: Mill-Assist Essential und Mill-Assist Conveyor. Und darüber hinaus arbeiten wir ständig an einer Reihe von Erweiterungen und Optionen, von denen wir auf der MTMS noch 5 neue vorgestellt haben."

Nach einem stetigen Wachstum in 2011 und 2012 nimmt der Zug jetzt volle Fahrt auf. Was ist das Besondere an RoboJob, dass dies alles so gut läuft? "Ich denke, das ist zu einem großen Teil auf die Tatsache zurückzuführen, dass wir selbst aus der zerspanenden Industrie kommen", meint De Roovere.  "Nicht als Hersteller von Maschinen und auch nicht als ein anderweitiger Zulieferer, sondern aus der Zerspanung selbst. Dann weiß man natürlich, wie die Arbeit ausgeführt werden muss, was in der Produktion geschieht, und was dort wichtig ist. Der Robot ist dazu da, den Beschäftigten zu helfen, ihre Arbeit auf eine effiziente und gleichzeitig angenehme Art und Weise auszuführen. Deshalb haben wir auch jede unserer Lösungen mit dem Begriff ‘Assist’ versehen. Unsere gesamte praktische Erfahrung steckt auch immer in unseren Produkten. Die Produkte müssen kompakt sein, sie müssen sich intuitiv sehr schnell einstellen lassen, und sie müssen zugleich flexibel sein, damit die Automatisierung möglichst viele Bereiche abdecken kann. Dieses ganz besondere Know-how zeigt sich in allen Details des Produkts: Die Aufstellung, bei der alles sichtbar bleibt – nicht nur der flexibel einstellbare Eingabetisch, sondern auch der gesamte Maschinenpark. Die einfach gehaltene, aber besonders robuste Ausführung sorgt dafür, dass das System nur wenig oder gar keine Wartung braucht. Flexibilität, Effizienz, Kompaktheit ... Es sind so viele Dinge, oft Kleinigkeiten, die das Ganze so einmalig und benutzerfreundlich machen."

RoboJob führt gemeinsam mit renommierten Partnern den Vertrieb in den Benelux-Ländern durch, hat aber jetzt auch Partner außerhalb von Benelux: Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Deutschland, Schweiz, Großbritannien, Australien und Neuseeland. Darunter befinden sich eine ganze Reihe von Händlern und Vertretungen von TOP-Marken der CNC-Maschinenhersteller. "Das ist so, und darauf sind wir sehr, sehr stolz", bestätigt De Roovere. "Dass solche Marken ihre Reputation mit der von RoboJob verbinden, zeigt doch das Vertrauen, das sie in uns haben. In unsere Produkte – und in unser Unternehmen."

RoboJob hofft, noch vor diesem Sommer die 200. Installation auszuführen. Die RoboJob Produkte schießen überall in Westeuropa praktisch wie Pilze aus dem Boden. "Das hat natürlich Folgen für unsere Organisation: Jede Installation will nicht nur ausgeführt sein, wir müssen allen unseren Endkunden auch einen Top-Service bieten. Deshalb haben wir unser Installationsteam erweitert, und wir zertifizieren auch unsere internationalen Partner, damit sie die notwendigen Kenntnisse und die praktischen Erfahrungen haben, um eine solche Installation gut und erfolgreich abzuschließen", erklärt De Ceuster.  "Außerdem haben wir auch neue Service Engineers angeworben, um unsere Kunden optimal zu unterstützen."

Die Zukunft sieht also gesichert aus, denn zusammen mit einem jungen und ehrgeizigen Team sind auch die drei Söhne von De Roovere in das Unternehmen eingetreten. "Stimmt!" bestätigt der stolze Vater.  "Peter ist Software-Ingenieur in den Bereichen Industrie und Handel, und er wird Schritt für Schritt die Verantwortung für das gesamte Softwarepaket übernehmen. Dabei wird er von jungen Talenten unterstützt, die er aus seiner Zeit an der Uni kennt. Yoeri und Jelle sind Zwillingsbrüder, jeder mit seinen eigenen Talenten und Fähigkeiten. Yoeri ist Industrieingenieur und verantwortlich für das Installationsteam und den Servicebereich. Jelle leitet als Diplom-Kaufmann den Bereich International, wo er in den umgebenden Ländern nach passenden Partnern sucht, und diesen auch das gesamte Know-how vermittelt, um unsere Produkte auch dort erfolgreich vertreiben zu können. Aber es hört natürlich nicht bei der Familie auf. Wir versuchen, die richtigen Leute für den passenden Job an uns zu binden. Das sind immer hochmotivierte junge Personen, jeweils mit ganz eigenen Talenten und Fähigkeiten. Und zusammen bilden sie ein fantastisches Team."

Werden in diesem Jahr bei RoboJob noch die Champagnerkorken knallen? "Eher nicht. Belgien ist doch ein Bierland, und ab und zu trinken wir mal ein ‘Pint’. Wir müssen auf dem Teppich bleiben und wie immer hart weiterarbeiten", meint De Roovere. "Das ist wohl unsere belgische Art: Wir bleiben bescheiden, wir werden weiterhin hart arbeiten, und gleichzeitig haben wir Freude an unserer Arbeit. Das sind die Werte, die ich nicht nur an meine Söhne weitergeben will, sondern an unseren ganzen Betrieb", schließt De Roovere.

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